Alpenüberquerung vom Tegernsee nach Sterzing: unser Erfahrungsbericht

Kurz gesagt: Mitte August 2021 sind wir in sieben Etappen vom Tegernsee über die Alpen nach Sterzing in Südtirol gewandert. Insgesamt rund 116 Kilometer und gut 36 Stunden Gehzeit, über Achensee, Zillertal, Schlegeis-Stausee und Pfitscher Joch. Übernachtet haben wir jede Nacht im Hotel, das Gepäck wurde transportiert, und einige Abschnitte haben wir mit dem Bus und der Zillertalbahn überbrückt. Eine Alpenüberquerung ohne Hütten und ohne schweren Rucksack.
Schlegeis-Stausee mit Gletschern im Hintergrund
Der Schlegeis-Stausee am Morgen der sechsten Etappe

Die Route im Überblick

MerkmalAlpenüberquerung Tegernsee – Sterzing
StartGmund am Tegernsee
ZielSterzing in Südtirol
Etappen7
Strecke zu Fußrund 116 km
Gehzeitrund 36 Stunden
Höchster Punkt2.260 m (Etappe 6, Pfitscher Joch)
Übernachtungjede Nacht im Hotel, Doppelzimmer mit Halbpension
Gepäckwurde von Hotel zu Hotel transportiert
Transferseinzelne Abschnitte mit dem Bus und der Zillertalbahn
GelaufenMitte August 2021

Die Etappen

Die Werte stammen aus unseren eigenen Aufzeichnungen in komoot. Strecke und Gehzeit gelten nur für die Abschnitte zu Fuß, Transfers sind nicht eingerechnet.

EtappeVon – nachStreckeGehzeitHöhenmeter (auf / ab)Einstufung komoot
1Gmund – Wildbad Kreuth26,5 km7:06 Std.310 / 300 mschwierig (wegen der Länge)
2Wildbad Kreuth – Achenkirch17,2 km6:23 Std.rund 800 / 760 mschwierig
3Achenkirch – Maurach13,5 km3:51 Std.120 / 100 mmäßig
4Etappe bis Hochfügen13,8 km4:26 Std.320 und 720 mschwierig
5Hochfügen – Mayrhofen10,6 km4:09 Std.830 und 290 mmäßig
6Schlegeis-Stausee – Pfitscher Joch – Pfitschtal13,9 km4:47 Std.820 und 490 mschwierig
7Pfitschtal – Sterzing20,5 km5:34 Std.110 und 620 mschwierig (wegen der Länge)

Bei den Etappen 4 bis 7 zeigt komoot die beiden Höhenwerte ohne Angabe, welcher Aufstieg und welcher Abstieg ist. Wir ergänzen das, sobald die genauen Tracks ausgewertet sind.

Etappe 1: Gmund – Wildbad Kreuth

Los ging es in Gmund am Nordufer des Tegernsees. Die erste Etappe ist mit 26,5 Kilometern die längste der ganzen Tour, aber fast flach: rund 300 Höhenmeter verteilen sich auf den ganzen Tag. Der Weg führt am Ufer entlang, nach gut 12 Kilometern geht es ein kurzes Stück mit der Fähre über den See. Prüfe vorher den Fahrplan.

Wanderer mit Rucksäcken am Start in GmundUfer am Tegernsee am Start der Alpenüberquerung
Start mit Tagesrucksack, links, und das Ufer des Tegernsees, rechts

Hinter dem See wird es ländlich. Wiesen, Wald und immer wieder Kühe am Weg. Ziel ist Wildbad Kreuth im Tal der Weißach.

Kühe auf einer Waldlichtung bei Kreuth
Kühe auf einer Lichtung auf dem Weg nach Kreuth

Etappe 2: Wildbad Kreuth – Achenkirch

Der erste richtige Bergtag: rund 800 Höhenmeter im Aufstieg, ein großer Teil auf schmalen Bergwanderwegen. Unterwegs überquerst du die Grenze von Bayern nach Tirol. Ein kleines Schild am Baum ist alles, was davon zu sehen ist.

Schmaler Bergpfad am Grashang auf dem Weg nach TirolSchild Landesgrenze am Wanderweg zwischen Bayern und Tirol
Schmaler Pfad am Grashang, links, und das Schild an der Landesgrenze, rechts

Der Weg wechselt zwischen offenen Hängen, Wald und felsigen Abschnitten. An manchen Stellen tropft Wasser aus der Felswand.

Bewaldete Berge mit Felsgipfel im Grenzgebiet Bayern Tirol
Bergwald im Grenzgebiet
Nasse Felswand am Wegesrand
Nasse Felswand direkt am Weg

Am Abend erreichst du Achenkirch am Nordende des Achensees.

Abendwolken über einem Dorf im Tal
Abendstimmung im Tal

Etappe 3: Achenkirch – Maurach

Eine ruhige Etappe am Achensee entlang mit nur rund 120 Höhenmetern. Gut, um nach dem Bergtag die Beine zu erholen. Bei uns begann der Tag mit Regen.

Wanderin mit Regenschutz auf einem Weg durch Talwiesen
Mit Regenschutz am Start der dritten Etappe

Über Holzstufen geht es an steilen Stücken entlang. Das Wasser des Sees leuchtet türkis, je nach Licht fast karibisch.

Holzstufen auf einem Felsweg
Holzstufen auf dem Felsweg
Achensee mit Bergen und Wolken
Der Achensee mit tief hängenden Wolken
Türkisfarbenes Wasser am Ufer des AchenseesBlick über den Achensee
Türkisfarbenes Ufer, links, und Blick über den See, rechts

Vom Achensee ging es weiter ins Zillertal. Ein Stück davon sind wir mit der Zillertalbahn gefahren. Die erste Nacht im Zillertal verbrachten wir in Fügen.

Zug der Zillertalbahn am Bahnsteig
Die Zillertalbahn

Etappe 4: bis Hochfügen

Wieder ein Bergtag, diesmal in deutlich höherem Gelände: Der höchste Punkt liegt auf 2.010 Metern, der tiefste auf 1.470 Metern. Kleine Bäche laufen über die Steine, die Wege können rutschig sein. Gute Trittsicherheit und festes Schuhwerk sind hier Pflicht.

Nasser Steinpfad mit Bach am Berghang
Nasser Steinpfad mit Bach
Hochtal mit Almen im Zillertal
Hochtal mit Almen

Ziel ist Hochfügen, ein kleiner Ortsteil der Gemeinde Fügenberg hoch über dem Zillertal.

Ortsschild Hochfügen an der Straße
Am Ortsschild von Hochfügen

Etappe 5: Hochfügen – Mayrhofen

Von Hochfügen geht es durch Almgelände und schließlich hinunter nach Mayrhofen. Die Wolken hingen an diesem Tag tief, immer wieder öffnete sich der Blick in die Täler. Unterwegs liegen Almdörfer mit kleinen Holzhütten.

Almhütten und Bach im Nebel oberhalb des ZillertalsBlick hinunter in ein Seitental des Zillertals
Almhütten im Nebel, links, und Blick ins Tal, rechts
Serpentinenweg und Alm unter Wolken
Serpentinen und eine Alm unter den Wolken

Am Wegrand gibt es viel zu entdecken, von Fliegenpilzen unter Wacholder bis zu Bächen, die über den Weg laufen. Und eine Einkehr mit Kaiserschmarrn gehört dazu.

Fliegenpilz unter Wacholder, Bach über Steine und Holzzaun im NebelKaiserschmarrn mit Apfelmus auf einer Almterrasse
Fundstücke am Weg, links, und Kaiserschmarrn auf der Almterrasse, rechts

Etappe 6: Schlegeis-Stausee – Pfitscher Joch – Pfitschtal

Die Königsetappe über den Alpenhauptkamm. Unsere Aufzeichnung beginnt am Schlegeis-Stausee, den Weg von Mayrhofen hinauf haben wir nicht zu Fuß gemacht. Bei Sonne lag der See ruhig und türkis zwischen Gletschern und Latschen.

Weg auf der Staumauer am Schlegeis-StauseeSchlegeis-Stausee zwischen Latschen
An der Staumauer, links, und Blick über den See, rechts

Vom See führt der Weg durch das Tal hinauf zum Pfitscher Joch. Erst über Wiesen mit Felsblöcken und Wasserfällen, weiter oben über Geröll und an Gebirgsbächen entlang. Knapp 7 der knapp 14 Kilometer verlaufen auf Bergwanderwegen.

Wasserfall und Felsblock im Talboden
Wasserfall über dem Talboden
Gebirgsbach im Aufstieg zum Pfitscher JochBach und Geröllfeld unterhalb des Pfitscher Jochs
Gebirgsbach, links, und Geröllfeld unter dem Joch, rechts

Oben am Pfitscher Joch, auf rund 2.260 Metern, steht das Schild „Willkommen in Südtirol“. Ab hier bist du in Italien. Danach geht es hinunter ins Pfitschtal.

Willkommensschild Südtirol am Pfitscher Joch
Am Pfitscher Joch, der Grenze zu Südtirol

Etappe 7: Pfitschtal – Sterzing

Zum Abschluss geht es auf überwiegend leichten Wegen durch das Pfitschtal hinaus nach Sterzing. Mit 20,5 Kilometern ist es noch einmal eine lange Etappe, aber der Blick ins grüne Tal entschädigt.

Blick hinunter ins Pfitschtal
Blick hinunter ins Pfitschtal
Alter Traktor am Wegesrand im Pfitschtal
Begegnung am Wegrand

Dann liegt Sterzing vor dir. In der Altstadt war Markttag.

Blick auf Sterzing am Ziel der AlpenüberquerungMarkt in der Altstadt von Sterzing
Blick auf Sterzing, links, und Markt in der Altstadt, rechts

Am Abend des 20. August 2021 haben wir in Sterzing auf die geschaffte Alpenüberquerung angestoßen.

Zwei Weingläser am Abend in Sterzing zum Abschluss der Alpenüberquerung
Zum Abschluss ein Glas Wein in Sterzing

So haben wir die Tour erlebt

Wir waren mit Hotelübernachtung und Gepäcktransport unterwegs. Das Gepäck wurde von Hotel zu Hotel transportiert. Unterwegs brauchten wir nur einen Tagesrucksack mit Wasser, Proviant und Regenjacke.

Die Zeit konnte jeder selbst einteilen. Es gab keine feste Gruppe, die im gleichen Tempo laufen musste. Trotzdem war man nicht allein: Unterwegs auf den Wegen und abends im Hotel trafen wir immer wieder andere Teilnehmer der Tour.

Der Anteil mit Bus und Bahn war sehr gering. Fast die ganze Strecke sind wir zu Fuß gegangen, nur einzelne kurze Abschnitte haben wir mit dem Bus und ein Stück mit der Zillertalbahn überbrückt.

Die Tagestouren hat der Veranstalter als digitale Routen bereitgestellt, zum Beispiel für komoot. So hatten wir jede Etappe auf dem Handy und konnten uns unterwegs gut orientieren.

Unsere Hotels im Zillertal

Für drei Nächte liegt uns die Buchungsbestätigung vor. Alle drei Hotels waren mit Doppelzimmer und Halbpension gebucht.

NachtOrtHotel
16. auf 17. August 2021FügenKOSIS Sports Lifestyle Hotel
17. auf 18. August 2021HochfügenBerghotel Hochfügen
18. auf 19. August 2021MayrhofenHotel Zillertalerhof

Für wen eignet sich diese Alpenüberquerung?

Die Tour ist eine Komforttour: Hotel statt Hüttenlager, Gepäcktransport und ausgearbeitete Routen. Du bist dabei sicher unterwegs, musst aber mittelmäßig fit sein. Einige Wanderungen über rund 20 Kilometer solltest du vorher zum Training gemacht haben, denn mehrere Etappen sind ähnlich lang.

  • für alle, die die Alpen zu Fuß überqueren wollen, ohne in Hüttenlagern zu schlafen
  • für Wanderer mit mittlerer Fitness, die Tage mit 4 bis 7 Stunden Gehzeit schaffen
  • für Paare und Einzelreisende, die unterwegs Anschluss finden möchten, aber ihr eigenes Tempo laufen

Trittsicherheit brauchst du vor allem an den Bergtagen 2, 4 und 6.

Unterschied zur klassischen E5

Die bekannteste Alpenüberquerung ist der Fernwanderweg E5 von Oberstdorf nach Meran. Er führt durch höheres Gelände und wird meist mit Übernachtungen auf Hütten gelaufen. Die Route vom Tegernsee nach Sterzing ist die gemütlichere Alternative mit Hotels statt Hüttenlagern und Gepäcktransport.

Was du mitnehmen solltest

Bei Gepäcktransport reicht ein Tagesrucksack mit 20 bis 30 Litern. Rein gehören Regenjacke, eine warme Schicht, Sonnenschutz, Wasser, Proviant, Erste-Hilfe-Set und feste, eingelaufene Wanderschuhe. Wie unsere Fotos zeigen, kann das Wetter im August zwischen Regen und Sonne wechseln. Die übrigen Sachen reisen im Koffer mit. Eine Liste für deine Tour erstellt der Packlisten-Generator.

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Tagesrucksack

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Für wen: Etappentouren mit Gepäcktransport, bei denen nur das Tagesgepäck mitläuft.

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Alle Fotos: eigene Aufnahmen, August 2021.

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